Schmutzige Mädchen

Trilliarden von Euros

wurden seit den 50-er Jahren ausgegeben,

um uns zu sagen

wie schmutzig wir sind.

Ok, Händewaschen mag ja noch angehen,

aber wir werden an den unglaublichsten Stellen schmutzig,

am schlimmsten ganz sicherlich zwischen den Beinen.

Tampons und Binden sind ja tatsächlich eine Erleichterung,

aber wir tröpfeln offenbar auch noch ganz heftig zwischen den Tagen.

Für diese Zwischentage gibt es Slipeinlagen,

die unsere süssen Slips,

mit Seide und Spitze,

vor uns schützen.

Die Haut selbst wird überhaupt ziemlich beschmutzt

und muss dann natürlich mit Spezialreinigern

geputzt werden.

Augenreiniger, Körperreiniger, Intimzonenreiniger,

Fussreiniger, Gesichtreiniger, Haarreiniger, Nasenreiniger,

Zahnreiniger, Ohrreiniger und noch viel mehr.

Weil das ganze reinigen aber nicht ohne Schaden für die

gereinigte Stelle bleibt,

gibt es auch dafür gleich die Lösung:

Cremen und Conditioner, Pflegebalsame und Lotionen

Haarconditioner, Fusspflegebalsam, Beinbalsam,

Körperlotion, Gesichtscreme – für Tag und für Nacht –

Handcreme, Creme für die Büste, Kontourcreme

und so weiter, für alle Körperteile.

Scheinbar bringen die es aber nicht so richtig,

da schlägt dann noch das Alter zu

und so kann man für jedes Alter,

ab 14,

die richtige Altersverhinderungscreme wählen,

für die früh alternde Haut ab 20,

für die rechtzeitig alternde Haut ab 30,

für die – ist ja kein Wunder – alternde Haut ab 40,

für die – jetzt siehts aber auch ein Blinder – alternde Haut ab 50

und für die reichhaltige Pflege benötigende Altfrauenhaut bis 100.

Da wird es wohl auch bald detailliertere Unterteilungen geben,

wer mag denn schon mit 53 die Hautcreme für Hundertjährige benützen.

Und weil das immer noch alles nicht nützt

und wir einfach nicht so richtig hübsch werden wollen,

gibt es dann auch noch dekorative Kosmetik,

die versucht zu verschleiern,

was sich eigentlich nicht verschleiern lässt,

wir sind hässlich,

so wie wir sind.

Und nach all dem Augenbrauengzupfe, Wimperngetusche,

Concealerverteilen und Makeupgrundieren,

nach all den verführerische Augenaufschläge verheissenden

Kajals, Eyeshadows und Wimpernverlängerungen,

müssen wir endlich doch einsehen,

dass uns nur mehr eine Operation

vor dem – im besten Fall – Unsichtbarwerden schützt.

Mollige Lippen

(eine der 3 Stellen wo wir üppig sein sollten),

veritabel grosse Brüste

und neuerdings ein dicker Hintern

(danke Frau Kadashian)

in Kombination mit mimikfreien, botoxierten Gesichtszügen,

können vielleicht noch das schlimmste verhindern.

Wobei,

was ist wohl das Schlimmste?

Nicht mehr wie alle auszusehen?

Nicht mehr in all dem Individualitätswahn

unauffällig in der Masse mituzschwimmen?

Nicht mehr sich das Maul zereissen können

über die ungepflegte Kollegin, Freundin, Chefin,

eigentlich halt über jede Frau?

Ja ich weiss,

wir machen das alles für uns selbst

und sogar auf einer einsame Insel

fühlen wir dämlichen Puten

(verzeiht liebe Truthähninnen)

uns mit Silikonbusen einfach wohler,

als mit den schlaffen Hängerchjen

die uns einfach so gewachsen sind.

Ja, die Trilliarden Euros,

die ausgegeben wurden,

damit wir uns schmutzig, hässlich,

zu dick oder zu dünn fühlen,

haben kräftig Wirkung gezeigt.

Und weil es uns ja mahnt,

dass wir auf dem Holzweg sind,

verdammen wir,

ja vor allem wir Frauen,

alle die anders aussehen,

alle die dem Wahn nicht so entsprechen,

wie wir das mühevoll,

vor allem aber TEUER,

jeden Tag mitmachen.

Weil wir uns dann schon mal klarmachen müssten,

dass wir die Blöden sind,

die all diese Trilliarden Euros erst rentabel machen,

indem wir all den Scheiss kaufen

und schlimmer noch

uns das Zeug auch noch überall hinschmieren,

um zu gefallen,

den Männern,

vor allem den Männern,

aber auch den Frauen

und schliesslich uns selbst,

was aber ohnehin

nie gelingt.

 

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